Bei dem Färben von Ostereiern kann auf synthetische Farbstoffe verzichtet werden. Mit Pflanzenfarben können die Eier mit zumeist gedeckten Farben gefärbt werden. Die Naturfarben passen immer harmonisch zueinander. Wichtig dabei ist dass zum Färben giftige Färberpflanzen (Färbepflanzen) ausgeschlossen werden (wie z.B. Efeu, Kermesbeere, …).
Nachfolgend wird der Färbevorgang beschrieben. Dies ist eine generelle, einfache Beschreibung die sicher funktioniert, auch wenn sich in einigen Fällen die Zeiten abkürzen ließen. Beigefügtes Bild zeigt pflanzengefärbte und kunstvoll bemalte Ostereier aus der Sammlung von KAKAS Zoltán, Sfântu Gheorghe, Rumänien.
Färben von Ostereiern mit Pflanzenfarben
1. Reinigen der Eier
Die Eier werden zehn Minuten in Essigwasser gelegt und gründlich abgewaschen. Es ist darauf zu achten, dass die Schalen fettfrei bleiben.
2. Zubereitung des Farbsudes
Das möglichst fein zerteilte Pflanzenmaterial über Nacht in Wasser einweichen.
Das zerkleinerte Pflanzenmaterial wird 60 Minuten in einem Emaille- oder Edestahltopf kurz unterhalb des Siedepunktes erhitzt. Der Farbsud wird gefiltert. Zur Farbvertiefung werden 2 Gramm Alaun in 0,5 l gefiltertem Farbsud gelöst.
3. Färben der Eier
Die rohen oder ausgeblasenen Eier werden 10 Minuten im Farbsud gesiedet, die hartgekochten Eier entnommen und unter Wasser abgeschreckt. Soll eine größere Farbtiefe erreicht werden, können die abgeschreckten, hartgekochten Eier in den Farbsud zurückgelegt werden und färben weitere ein bis zwei Stunden im abkühlenden Farbsud.
4. Nachbehandlung
Durch Zugabe von ein wenig Essig im Farbbad können Farben variiert werden. Nach Abschluß der Färbung können die Eier zur Glanzerzielung gefettet werden.
5. Angaben zum Pflanzenmaterial für die Färbung der Eier:

Sammlung von KAKAS Zoltán , Sfântu Gheorghe, Rumänien
Am Donnerstag 18.3.10, 19.30h findet in Messel, Haus der Vereine, Langgasse 4 , beim Museumsverein Messel, der Vortrag statt:
„Färberpflanzen aus Frühzeit, Mittelalter und Neuzeit”
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Geschichte der pflanzlichen Farbstoffe (Pflanzenfarben), deren Vorkommen in der Pflanze, deren Gewinnung und dem Färbeprozess.
Im Dieburger Anzeiger erschien am 2.01.10 nachfogender Artikel zum Buch “Färberpflanzen”:
In Dieburg griff man bevorzugt zu Indigo
02.01.10|Dieburg|
Dieburg (ves) ‐ „Die Leidenschaft zur Botanik reicht bis in meine Kindheit zurück“, erinnert sich der Dieburger Eberhard Prinz lächelnd. „Bereits als Kind waren mir viele Pflanzen bekannt“. Diese Begeisterung für Pflanzen begleitete den Informatiker sein Leben lang.

© Scholze
Eberhard Prinz in seinem Garten vor zwei Färberpflanzen – dem Wachholderbusch (links) und der Eibe.
Nach seiner Pensionierung vor fünf Jahren widmete sich der 2. Vorsitzende des „Freundeskreises Botanischer Garten in Darmstadt“ ganz seinem Hobby. Zunächst legte er für seine Homepage eine Datenbank über Färberpflanzen an. Hierzu recherchierte er in den Botanischen Gärten und machte sich gezielt Deutschlandweit auf den Weg, um die Pflanzen mit Fotos zu dokumentieren. „In den wissenschaftlichen Gärten ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass die Beschilderung der Pflanzen auch mit ihnen übereinstimmt“, erklärt Prinz.
Als wahres Kleinod erwies sich bei seiner Suche der Klostergarten in Seligenstadt. „Hier sind Färberpflanzen und Arzneimittelpflanzen zu finden“, sagt Prinz und zeigte sich über die Motivauswahl für seine Fotos begeistert. So reifte in Prinz der Gedanke, sein Wissen als Buch zu verfassen und das Thema weiterzugeben. Drei Jahre verwandte der Botaniker darauf, das Buch zu verfassen. „Die meiste Zeit verging mit Recherche und dann selbstverständlich mit dem Erstellen der Fotos“, blick Prinz zurück. „Die Fotoreisen mussten gut geplant werden, je nach Blütezeit der einzelnen Pflanzen“. Auch hier wurde Prinz wieder in Seligenstadt fündig. Einhundert der im Buch vorhandenen Pflanzen wurden im Klostergarten aufgenommen und dokumentiert.
Schon in der Frühzeit, in der Antike und im Mittelalter wurden Textilien und Leder mit Naturfarben aus Pflanzen gefärbt. So nutzen bereits die Ägypter 1500 vor Christus die Möglichkeiten der Färberpflanzen. Der Stand der Färber im Mittelalter hatte ein hohes gesellschaftliches Ansehen. „Je bunter das Gewand damals war, desto teurer war es. Einfache Leute trugen meist fleckig gefärbte Stoffe“, so Prinz. In seinem Buch beschreibt der Botaniker 117 Färberpflanzen, erklärt die Zusammensetzung der Farbstoffe, deren Vorkommen in den Pflanzen und erläutert die Färbeprozesse für verschiedene Textilien. Er beschäftigt sich jedoch nicht nur mit dem Farbaspekt, sondern auch mit der Geschichte der Pflanzen, der Bedeutung in der Kultur und geht auf die mögliche medizinische Verwendung der Arzneipflanzen ein.
Er erklärt wie leicht sich chemische Präparate beim Färben von Stoffen durch Pflanzensud ersetzen lassen. „Purpur, gewonnen aus der Purpurschnecke war in der damaligen Zeit so teuer, das es in Gold aufgewogen wurde“, weiß Prinz und erzählt am Beispiel Thüringens, wie viel Geld sich damals mit dem Verkauf von Färberpflanzen machen ließ. „Dort wurden ab dem 12. Jahrhundert im großen Stil Färberpflanzen angebaut. Die Stadt Erfurt wurde davon so reich, dass sie damit ihren Dom finanzierte. Als die Handelswege nach Asien erschlossen waren, wurden die hiesigen Färberpflanzen allerdings von Indigo verdrängt. Damit ließen sich Stoffe bis zu dreißigmal besser färben.“
Indigo ist auch die Farbe der Blaufärber, die in Dieburg die alte Kunst des Stofffärbens ausübten. In einem Bottich befand sich eine Mischung aus Indigofarbstoff und Natriumdithionit, die so genannte Küpe. Hier wurde der Stoff hineingehängt. Nachdem er einige Zeit darin gelagert wurde, zog man ihn heraus. Noch war vom Blau noch nicht viel zu sehen, sondern das Tuch präsentierte sich schmutzig grün. Doch nach wenigen Minuten an der Luft wurde das Ergebnis des Oxidationsprozesses sichtbar. Nach dem ersten Bad wurde ein schönes sattes Mittelblau erreicht. Dieser Vorgang wurde mehrfach wiederholt, um die Intensität der Blaufärbung zu steigern. „Böse Zungen behaupten allerdings, dass die Färber am Tag vorher betrunken waren und den Farbstoff mit Urin vermischten, um diese Färbung zu erhalten“, lächelt Prinz.
Auch für einige Sprichwörter hat Prinz eine gute Erklärung gefunden. So stammt das Wort „schönfärben“ daher, das man minderwertiges Tuch mit teurem Farbstoff gefärbte. Nach erfolgreichem Abschluss seines Projektes und der Herausgabe des Buches beim Schweizerbart Verlag hat sich Prinz bereits einer neuen Aufgabe gestellt. „Es gibt rund 600 verschiedene Arten von Minze, die ich dokumentieren möchte“, lächelt Prinz. Rund 100 Arten davon befinden sich bereits in seinem Garten. Auch hier betreibt er bereits intensive Recherche und hat Kontakte zu einer englischen Buchautorin geknüpft, die ihre Minzsammlung wegen Umzugs aufgeben muss. „Es liegen voraussichtlich rund vier Jahre Arbeit vor mir“, sagt Prinz.
Vom 17. April bis 24. Oktober 2010 öffnet die Landesgartenschau Nordrhein-Westfalen in Hemer. Die Landesgartenschau Hemer ist mit ihrem Färbergarten 2010 eine Preisträgerin im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen”.
In Zusammenarbeit mit dem Künstler Peter Reichenbach pflanzt und betreut der Essener Verein „atavus” (Vorfahre) Färberpflanzen (Färbepflanzen) in einem einem Färbergarten. Basierend auf alten Techniken und Rezepten werden Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund zu Multiplikatoren für die Verwendung von Färberpflanzen und Pflanzenfarben ausgebildet.
Weitere Informationen zu Färberpflanzen finden Sie im Buch “Färberpflanzen”


Flyer zum Buch Färberpflanzen zum Herunterladen
Wichtig für das Färben von Speisen in der Küche ist zunächst, dass die Pflanzen, die für das Färben Verwendung finden, ungiftig sind. Hiermit weise

Safran macht den Kuchen gel, aus Buch "Färberpflanzen", Verlag Schweizerbart, ISBN 978-3-510-65258-7
ich besonders darufhin, dass angeblich Efeu zum Färben in der Küche (Färben von Ostereiern) eingesetzt wird, eindeutig zu den Giftpflanzen gehört – und damit für die Küche ausgeschlossen ist!
In früheren Zeiten wurden zum Färben von Lebensmitteln auch Giftpflanzen verwendet: Beispielsweise Blüten der giftigen Sumpfdotterblume (Caltha palustris) färbten Butter gelb und Rotwein wurde mit der vermutlich krebserregenden Kermesbeere (Phytolacca americana) dunkelrot gefärbt.
Folgende Färberflanzen (Färbepflanzen) eigenen sich zum Färben von Speisen in der Küche
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Färberpflanze
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Botanischer Name
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Färbung
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Pflanzenteil
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Färberdistel
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Färberdistel
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gelb/karmin
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Blüten
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Heidelbeeren
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Vaccinium vitis-idaea
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blau
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Früchte
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Holunder
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Sambucus nigra
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blau
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Früchte
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Karotte
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Daucus carota
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orangegelb
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Wurzeln
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Kurkuma
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Curcuma longa
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gelborange
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Wurzelstock
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Paprika
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Capsicum annuum
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rotorange
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Früchte
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Rote Beete
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Beta vulgaris
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rot
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Wurzel
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Rotkraut/Blaukraut
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Brassica oleracea
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rot-/blauviolett
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Blätter
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Safran
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Crocus sativus
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gelb
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Staubfäden
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Tagetes
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Tagetes erecta/patula
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gelb
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Blütenblätter
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Tomaten
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Lycopus europaeus
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rot
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Früchte
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Weintrauben rot
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Vitis vinifera
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rot
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Früchte
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Mit dem Gewürz Kurkuma, das aus dem Gelbwurz-Rhizom hergestellt wird lässt sich gelb färben wie z.B. Käsekuchen, Reis. Das Gewürz ist hitzempfindlich und wird deshalb erst am Ende des Kochvorganges zugesetzt.
Heidelbeeren, Holunderbeeren, Schalen der Roten Weintrauben und Rotkohl enthalten Anthocyane mit rotem, blauen oder violettem Farbstoff der stark pH-Wert abhänig ist. Anthocyane sind wasserlöslich und gegen Licht und Hitze beständig. Damit können Konfitüren, Gelees und Getränke und Saucen gefärbt werden. In basischer Umgebung sind Anthocyane blau, während ein hoher Säuregrad sie zu Rottönen umschlagen lässt. Deshalb wird Rotkraut mit Essig und Blaukraut mit Natron zubereitet.
Paprikaschoten enthalten Carotinoide und färben rotorange, wie auch Paprikagewürz. Carotinoide enthalten die Karotten und Tagetes. Tagetesblüten werden beispielsweise Hühnerfutter zugesetzt, damit die Eidotter kräftig gelb werden oder die Hühner von Bresse gelbiches Fleisch erhalten. Auch Safran enthält Carotinoide. “Safran macht den Kuchen gel”. In großen Mengen wirkt Safran narkotisch.
Rote Beete enthält den roten Farbstoff Betanin. Er ist wasserlöslich und wenig stabil in Licht und Hitze.
Die Färberdistel enthält sowohl gelbe als auch rote Farbstoffe. Sie wurde auf der iberischen Hablbinsel als Safranersatz verwendet. Auch Safran wurde damit gefälscht.
| Pflanze |
Botanischer Name |
Färbung |
Pflanzenteil |
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| Färberdistel |
Färberdistel |
gelb/karmin |
Blüten |
| Heidelbeeren |
Vaccinium vitis-idaea |
blau |
Früchte |
| Holunder |
Sambucus nigra |
blau |
Früchte |
| Karotte |
Daucus carota |
orangegelb |
Wurzeln |
| Kurkuma |
Curcuma longa |
gelborange |
Wurzelstock |
| Paprika |
Capsicum annuum |
rotorange |
Früchte |
| Rote Beete |
Beta vulgaris |
rot |
Wurzel |
| Rotkraut/Blaukraut |
Brassica oleracea |
rot-/blauviolett |
Blätter |
| Safran |
Crocus sativus |
gelb |
Staubfäden |
| Tagetes |
Tagetes erecta/patula |
gelb |
Blütenblätter |
| Tomaten |
Lycopus europaeus |
rot |
Früchte |
| Weintrauben rot |
Vitis vinifera |
rot |
Früchte |

Am 11.12.2009 erschien die Buchbesprechung zum Buch “Färberpflanzen” in dem Artikel “Der Blauton entsteht erst beim Trocknen” in der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

DIEBURG
21. November 2009 | cor
Ein Buch birgt das Wissen um Färberpflanzen
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Eberhard Prinz hat ein Buch über Färberpflanzen verfasst. Foto: karl-heinz bärtl
Brennnessel, Ringelblume, Schafgarbe – Pflanzen, die einem allerorts auf Wiesen und am Wegesrand begegnen, können vielfältig verarbeitet werden. Was heute kaum noch jemand weiß: solche Färberpflanzen wurden bereits in der Frühzeit, Antike und im Mittelalter dazu genutzt, Textilien zu färben. Der Dieburger Eberhard Prinz (64) hat sich rund drei Jahre lang mit der Recherche und der fotografischen Dokumentation solcher Pflanzen beschäftigt und seine Ergebnisse jetzt in einem Buch veröffentlicht.Durch das Aufkommen synthetischer Färbemittel Ende des 19. Jahrhunderts sei das Wissen um Färberpflanzen weitestgehend verloren gegangen, berichtet Prinz. ,,Mein Bestreben war dieses Wissen zu schützen, bevor es gänzlich verloren geht.” Viele würden die von ihm beschriebenen Pflanzen heute nicht einmal mehr kennen, weswegen er besonderen Wert darauf gelegt habe, auch Fotografien zu allen Pflanzen in seinem Buch darzustellen. Prinz hat Elektrotechnik und Informatik an der TU in Darmstadt studiert und war viele Jahre als Manager in der Computerindustrie tätig. ,,Für Botanik habe ich mich schon immer interessiert, aber die Zeit dazu hat gefehlt”, sagt er. Als er vor sechs Jahren in den Ruhestand geht, nutzt er die neu gewonnene Freizeit, um sich die Botanischen Gärten in der Region anzusehen: ,,Hier kann man eine riesige Pflanzenvielfalt sehen und die Entwicklung von Pflanzen in einer Weise verfolgen, wie es in Bildern einfach nicht möglich wäre.” Da er sich für den Erhalt solcher Anlagen einsetzen möchte, wird er stellvertretender Vorsitzender des Botanischen Gartens der TU. An den Färberpflanzen hat Prinz fasziniert, dass man ihnen zum einen äußerlich gar nicht ansehe, in welchen Farben sie färben. Zum anderen hätten sie meist auch eine medizinische Wirkung. Die Gewürzpflanze Kurkuma beispielsweise färbe in einem satten Gelb, und ihr wird eine das Blutfett senkende Wirkung zugeschrieben. Interessant das Beispiel der Blue Jeans: Die blaue Färbung wurde durch Indigo erzeugt, dem auch Inhaltsstoffe nachgesagt werden, die Insekten und sogar Schlangen abwehren sollen. ,,Das war im Wilden Westen natürlich sehr nützlich.”So erklärt Prinz in seinem Buch auf über 300 Seiten die Verwendungsmöglichkeiten von 117 Pflanzen, wie man sie im Wald, auf Wiesen und im eigenen Garten finden kann. Auch um historische Begebenheiten und die kulturelle Verwendung der Pflanzen geht es. Zudem gibt es detaillierte Beschreibungen über den Vorgang des Färbens und was von Färbepflanze zu Färbepflanze zu beachten ist. ,,Das kann jeder nachmachen.” Obwohl es natürlich weniger aufwendig sei, sich synthetisch gefärbte Kleidung zu kaufen, sieht Prinz im natürlichen Selbstfärben viele Vorteile: ,,Die Farben sind sehr schön und warm. Außerdem sind Naturfasern wesentlich angenehmer zu tragen und umweltverträglicher.”Mit seinem Buch gibt der Vater von zwei Söhnen dem Leser die Möglichkeit sich zum einen über viele Pflanzenarten zu informieren, aber sie gleichzeitig auch praktisch und auf vielfältige Weise zu nutzen. Das Buch ,,Färberpflanzen” ist beim Verlag Schweizerbart erschienen.
Für die Anlage eines Färbergartens wird ein sonniges Beet benötigt. Normale Gartenerde sollte zur Verfügung stehen. Das Beet sollte so angelegt oder drainiert sein, dass sich keine Staunässe bildet.

Bild: Färberpflanzen in Färbergarten: Anthemis tinctoria, Färberkamille; Genista tinctoria, Färberginster; Consolda ajacis, Gartenrittersporn; Reseda luteola, Wau; Parthenocissus quinquefolia, Jungfernrebe
In der nachfolgenden Tabelle sind die bedeutendsten Färberpflanzen aufgelistet. Alle lassen sich durch Aussaat aufziehen. Wuchshöhen, Aussaat- und Blütezeiten sind angegeben.

Färberpflanzen für Färbergarten
Das Beet kann durch weitere Färberpflanzen ergänzt werden wie beispielsweise Frauenmantel, Odermennig, Duftveilchen, Gartenrittersporn und viele mehr. Es sollte auf blaue Tupfer zur optischen Belebung und auf zusätzliche Blühzeiten im Frühjahr geachtet werden. Anregungen zu weiteren Färberpflanzen finden Sie im Buch Färberpflanzen.
Diese Pflanzen eignen sich für Schulgärten oder in Ergänzung zu Bauerngärten. Aus den Pflanzenteilen lassen sich Farbstoffe gewinnen mit denen Textilien oder Papiere gefärbt, Bilder gemalt oder Schminken hergestellt werden.

Aus Färberpflanzen lassen sich Pflanzenfarben zum Malen gewinnen. Im Bild wurde aus den Beeren der Mahonie Farbstoff durch Auskochen der blauen Beeren sowie durch Eindicken der Pflanzefarbe durch Verdunsten der Wasseranteile, hergestellt. Die Farbe wurde mit dem Pinsel auf weißes Papier aufgetragen. Beim mittleren Streifen wurde dem Farbstoff etwas Alaun, beim rechten Streifen etwas Pottasche zugesetzt. Die Farbveränderungen sind zu sehen, auch wenn der Farbunterschied zwischen dem mittleren und rechten Streifen gering erscheint.
Je nach Verwendungszweck kann der Farbstoff direkt aufgetragen oder mit Zusatz von Kreide oder Gummi Arabicum verarbeitet werden.
Gummi Arabicum
Die Friseurmeisterin Birgit Flach färbt ausschließlich mit Pflanzenfarben und hat damit jahrelange Erfahrung. Die natürlichen Haare werden überfärbt. Die Haare werden zuvor nicht gebleicht. Sie verwendet ausschließlich Naturmaterialien und verzichtet damit auf aggressive Chemie. Wichtig dabei ist, dass die Haare vorher nicht mit silikonhaltigen Pflegemitteln behandelt wurden.
Zur Demonstration von Ergebnissen der pflanzengefärbten Haare hat sie gebleichte Haarproben eingefärbt:
Curcuma longa, Kurkuma
Betula pendula, Birke
Lawsonia inermis, Henna
Frangula alnus, Faulbaum
Juglans regia, Walnuss
Origanum vulgare, Oregano
Der Erfolg einer Färbung hängt ab von der Vorbehandlung der Haare. Verwendung von silikonhaltigen Haarpflegemitteln, Medikamenteneinnahme und bestimmte Tage nach dem Konstellationskalender können zum Scheitern der Haarfärbung mit Pflanzenfarben führen. Der Grundfarbton der Haare, die Wasserqualität, die Färbetemperatur, die Einwirkzeit der Färbung und die Qualität des Pflanzenmaterials (Standort, Klima, Boden) haben starken Einfluss auf das Färbeergebnis. Um gewünschte Farbtöne zu erzielen ist einige Erfahrung erforderlich.
Mit Pflanzenfarben lässt sich nicht nur Wolle färben, sondern es können damit auch Haare gefärbt oder getönt werden.
Dazu eignen sich beispielsweise folgende Färberpflanzen einzeln, in Mischung oder zur Färbung hintereinander:
Beta vulgaris, Rote Beete
Betula pendula, Birke
Curcuma longa, Kurkuma
Frangula alnus, Faulbaum
Indigofera tinctoria, Indischer Indigo
Isatis tinctoria, Waid
Juglans regia, Walnuss
Lawsonia inermis, Henna
Matricaria recuita, Echte Kamille
Origanum vulgare, Oregano
Punica granatum, Granatapfel
Rheum rhabarbarum, Rhabarber
Rubia tinctorum, Krapp
Salvia officinalis, Salbei
Sambucus nigra, Holunder
Vaccinium myrtillus, Heidelbeere
Im Buch Färberpflanzen werden die Farbeigenschaften und die Verwendung von 117 Färberpflanzen sowie ihre kulturelle und medizinische Verwendung ausführlich beschrieben:


Flyer zum Buch Färberpflanzen zum Herunterladen
ISBN 978-3-510-65258-7
Der Verlag Schweizerbart, Stuttgart hat während der Frankfurter Buchmesse das neu erschienene Buch “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin” vorgestellt. Auf 320 Seiten sind ausführlich 117 Färberpflanzen mit ihren Farbeigenschaften und ihrer kulturellen und medizinischen Verwendung dargestellt. Zu jeder Pflanze gibt es eine ganzseitiges Farbbild. Der Färbeprozeß und die zugehörigen Vorbereitungen werden detailliert beschrieben. Das Buch spricht Pflanzenliebhaber, Museums- und Heilpädagogen, Restauratoren, Künstler aber auch Leser, die selbst färben möchten an. Die historische Entwicklung ist ebenfalls kurz dargestellt.
Das Buch Färberpflanzen kann direkt beim Verlag per email unter mail@schweizerbart.de bestellt werden und wird innerhalb eines Tages portofrei versandt. Detaillierte Informationen zum Buch finden sich in dem nachfolgenden Flyer.


Flyer zum Buch Färberpflanzen zum Herunterladen
ISBN 978-3-510-65258-7
Am Mittwoch 2. Dezember findet während der Stuttgarter Buchwochen in Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Str., Stuttgart, um 18.00 Uhr im
Raum Karlsruhe der Vortrag statt:
Färberpflanzen, Farbeigenschaften, kulturelle und medizinische Nutzung

Haus der Wirtschaft
Willi-Bleicher-Straße 19
70174 Stuttgart
Färberpflanzen oder Färbepflanzen sind Pflanzen die Farbstoffe enthalten. Sie wurden früher zum Färben von Fasern, Leder, Papier, Holz und Stein verwendet. Aus Färberpflanzen wurden auch Pflanzenfarben für die Malerei gewonnen. Gegen Ende des 19. Jh. ersetzten die Anilinfarben, die synthetisch hergestellt werden konnten, sukzessive die Pflanzenfarben.
Im aktuellen Duden ist nur der Begriff Färberpflanze zu finden. So auch in Wahrig, Deutsches Wörterbuch von 1977 und von 2006. Im Handbuch der Drogisten-Praxis, Gustav Adolf Buchheister Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 ist dagegen der Begriff Färbepflanze angegeben. Im Meyers Konversationslexikon Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892 ist gar nur der Begriff Farbepflanze und in der Ausgabe 1906 Farbpflanze zu finden. In der Literatur ist ab und zu auch der Begriff Farbstoffpflanze verwendet.
So haben wir es sicherlich mit einer Sprachverschiebung vom Wort Farbepflanze oder Farbpflanze und Färbepflanze zum heutigen Begriff Färberpflanze zu tun.
Das Buch Färberpflanzen ist jetzt beim Verlag Schweizerbart, Stuttgart erschienen und kann direkt beim Verlag per email unter mail@schweizerbart.de bestellt werden. Detaillierte Informationen zum Buch finden sich in dem nachfolgenden Flyer.


Flyer zum Buch Färberpflanzen zum Herunterladen
ISBN 978-3-510-65258-7
In der Frankfurter Neuen Presse erschien am 07.09.2009 nachfolgender Artikel über die Rhein-Main-Kräutertage und über die Führung Färberpflanzen auf dem Frankfurter Lohrberg am Mainäppelhaus:

(mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse)
![fnp_400[1] fnp_400[1]](http://www.eberhardprinz.de/blog/wp-content/uploads/2009/09/fnp_4001.gif)
Download des Artikels
Das einjährige Färber-Mädchenauge (Coreopsis tinctoria) stammt aus dem südlichen Nord-Amerika (Golden Tickseed) und wurde von Indianern zum Färben genutzt.
Die Blüten enthalten die Flavonoidfarbstoffe Mareosid und Maritimetin und das Anthocyan Chrysanthemin.
Die Blütenköpfe färben Wolle mit Alaun-Beize gelb, mit Zinnbeize goldgelb und mit Kupferbeize goldbraun. Die Farbe ist pH-Wert abhängig. In saurer Umgebung ergeben sich gelbe, in basicher Umgebung rötliche Farbtöne. Die frischen oder getrockneten Blüten werden über Nacht eingeweicht und eine Stunde ausgekocht. Gefärbt wird eine Stunde bei Siedetemperatur.
Weitere Verwendung
Außer zur Wollfärbung wurden die Blüten auch zur Herstellung von Wandlasurfarben und Aquarellfarben verwendet.
Medizinische Verwendung
Ein Tee mit dem Wurzelextrakt der Pflanze wurde von Indianern zur Behandlung bei Durchfall und als Brechmittel eingesetzt.
Am 6. September 2009 finden in Frankfurt-Seckbach am MainÄppelHaus am Lohrberg die Rhein-Main-Kräutertage statt. Während der Veranstaltung gibt es Vorträge und Führungen. Eine Führung informiert über Färberpflanzen, insbesondere die Färberpflanzen, die am Lohrberg anzutreffen sind.
Die Führungen Färberpflanzen beginnen jeweils um11.00, 14.00 und 16.00 Uhr.

Mainäppelhaus, Färberpflanzen Sonnenblumen, Dahlien, Ringelblumen
Gegenüber des Erbacher Krankenhauses liegt die Elefantenapotheke mit einem wunderschön angelegten Arzneigarten, der auch eine Reihe von Färberpflanzen beherbergt. So sind unter anderem zu finden

Färberscharte mit Distelfaltern
Färberscharte, Serratula tinctoria, gelbfärbend
Färber-Mädchenauge, Coreopsis tinctoria, gelbfärbemd
Stockrose, Alcea rosea var. nigra, violettblaufärbend
Färberkamille, Anthemis tinctoria, gelbfärbend
Dost, Origanum vulgris, ockerfärend
Fingerhut, Digitalis purpurea, gelbfärbend
Hopfen, Humulus lupulus, gelbfärbend
Johanniskraut, Hypericum perforatum, gelbfärbend
Salbei, Salvia officinalis, gelbbraun färbend
Frauenmantel, Alchemilla vulgaris,
Mönchspfeffer, Vitex agnus castus, gelbfärbend
Odermennig, Agrimonia eupatoria, gelbfärbend
Mit den frischen Schilfblüten (Phragmites australis) wird mit 25% Alaun vorgebeizte Wolle, gelb gefärbt. Die Nachbehandlung mit Eisensulfat ergibt ein warmes Olivgrün. Wolle vorgebeizt mit Kupferbeize wird grün gefärbt. Für die Flotte werden 400 g frisches Pflanzenmaterial für 100 g Wolle benötigt, das drei Stunden eingeweicht und dann für vier Stunden gesiedet wird. Gefärbt wird eine Stunde bei Siedetemperatur. Färbergebnisse von mit Kaltbeize vorgebeizter Wolle mit Schilfblüten sind bei Stricklust zu sehen, mit erstem bis drittem Zug.

Schilffärbung von Stricklust, 1 - 3. Zug
Kulturelle Verwendung
Die Schilfblätter wurden zur Herstellung von Matten, zum Korbflechten und Stopfen von Matrazen verwendet. Mit Schilf werden Dächer eingedeckt (Reet). Die Schilfwurzeln können wie Kartoffeln gekocht werden und enthalten fünf Prozent Zucker. Die jungen Triebe können vor der Blattentwickung, wie Bambusspitzen zubereitet werden und sind schmackhaft. Aus den Samen kann ein Mehl hergestellt werden. Aus der ganzen Schilfpflanze kann Biomasse zur Energieerzeugung gewonnen werden.
Medizinische Verwendung
Phragmites australis wurde in Nordamerika als volkstümliches Heilmittel zur Behandlung von Abszessen, Arthritis, Brustkrebs, Fieber und Cholera verwendet.
Phragmites australis wird auch als homöopathisches Mittel verwendet.