
Für die mittelalterliche Buchmalerei (Miniaturen) wurden Farben aus Erden, Mineralien und Metallverbindungen wie z.B. Ocker, Lapislazuli und giftigem Grünspan oder Quecksilber- und Bleiverbindungen, Tieren wie Sepia, Cochenillelaus oder Purpurschnecke und einer Reihe von Pflanzen und Flechten hergestellt.
Bei den Pflanzen fanden in der Buchmalerei folgende Färberpflanzen Verwendung:

Zusätze zu den Pflanzen-Farbpigmenten wie Alaun, Pottasche oder Säuren können den Farbton der Pflanzenfarben variieren.
Aus einer Reihe von Pflanzen wurden auch Tinten hergestellt.

Naturgefärbte Wolle von Doris Heidenreich
Auf dem Otzberger Handarbeitsmarkt habe ich heute wieder Doris Heidenreich getroffen, die dort mit einem Stand mit naturgefärbter Wolle vertreten war.
Sie hat Färbungen mit Färberpflanzen und tierischen Farben verwendet wie Krapp, Krapp mit Cochinelle, Cochenille, Myrthe, Rote Zwiebelschalen, Nuss, Indigo, Faulbaum, Schafgarbe und Heidekraut.
Doris Heidenreich färbt auch sehr schöne Seide mit Pflanzenfarben und Cochenille.
Das Buch “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin” stösst auch ausserhalb Deutschlands auf reges Interesse.
Einige Institutionen, die das Buch “Färberpflanzen” in ihrem Bibliotheksbestand aufgenommen haben, sind z. B.:
USA
Getty Museum, Los Angeles, Conservation Collection at the Getty Research Library
The New York Botanical Garden, New York, International Plant Science Center, Mertz Library
Schweiz
Bibliothek des Schweizerischen Nationalmuseums Zürich
Bibliothek Botanischer Garten Genf
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Österreich
Universitätsbibliothek Salzburg
Universität Wien, Botanik sowie Pharmazie
Oberösterreichische Landesbibliothek,Linz
Universitätsbibliothek Bodenkultur Wien
Universitätsbibliothek Graz
Dänemark
Statsbiblioteket & Aarhus Universitets biblioteker
Alljährlich am letzten August-Wochenende, in diesem Jahr am Samstag 28.08.2010, findet in Neckeroda, Thüringen das Färber- und Handwerkerfest statt.
Dabei steht die Tradition des Färbens mit Naturmaterialien, insbesondere mit Pflanzenfarben, im Mittelpunkt. Färberinnen und Färber aus ganz Deutschland und teilweise aus dem Ausland zeigen ihr Handwerk.
Weitere Handwerker wie z.B. Töpfer, Seiler, Spinnstuben, Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte zeigen ihr Können.
Darüberhinaus ist in Neckeroda ein Färbergarten angelegt, der als Schau- Nutz- und Lehrgarten für Färberpflanzen genutzt wird.
Blaufärben mit Pflanzenfarben
Nicht nur die indische Indigopflanze, (Indigofera tinctoria), enthält das seinerzeit begehrte Naturindigo zum Färben.

Mercurialis perennis, Wald-Bingelkraut
Beispielsweise das einheimische, Wald-Bingelkraut (
Mercurialis perennis), ein Wolfsmilchgewächs enthält, wenn auch recht wenig, indigoide Farbstoffe. Deshalb wurde es früher auch kaum als Färbepflanze eingesetzt.
Bereits vor 1550 v. Chr. beherrschten die Ägypter bereits das recht komplizierte Verfahren der Indigofärberei.
Zum Blaufärben wurden in den Kulturzonen der Welt jeweils verschiedene an das jeweilige Klima angepasste Färberpflanzen verwendet.
Färberwaid, Isatis tinctoria

Isatis tinctoria, Färberwaid
Indigo wurde früher in Nordeuropa und dem Mittelmeerraum aus den Blättern des Waids (Isatis tinctoria), einem Kreuzblütler, gewonnen. Dies war ein sehr arbeitsintensiver aber auch nachhaltiger und einträglicher Arbeitsprozess. Ein fossiler Energieinsatz für die Farbstfoffgewinnung war nicht erforderlich. Große Anbaugebiete in Deutschland lagen in Thüringen.
Indigopflanze, Indigofera tinctoria

Indigofera tinctoria, Indigostrauch
In Ostasien, Indien und im Orient wurde Indigo aus den Blättern der Indigopflanze (Indigofera tinctoria), einem Schmetterlingsblütler gewonnen. In Ägypten wurde bereits 1550 v. Chr. mit dem indischen Indigo gefärbt. Da der indische Indigo gegenüber dem Färberwaid eine 30-fach stärkere Färbekraft hat als der Färberwaid und ausserdem deutlich billiger als der Waid war, wurde der Waid in Europa vom indischen Indigo verdrängt. Zunächst importierten die Holländer das Indigo aus Indien, später übernahmen die Engländer das Geschäft. Die Arbeiter auf den Indigoplantagen waren weitgehend versklavt. Mahatma Gandhi hat sich für eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse bei der Indigoproduktion eingesetzt.
Der bei uns teilweise in Gärten stehende Himalaja-Indigostrauch, (Indigofera heterantha) wird nicht zum Färben verwendet.
In geschützten Lagen gedeiht bei uns auch die Indigopflanze (Indigofera tinctoria). Sie benötigt allerdings eine Winterabdeckung.
In Indien wurde zusätzlich noch der Färber-Oleander (Wrightia tinctoria) aus der Famile der Hundsgiftgewächse zur Indigofärbung genutzt.
Färberhülse, Baptisia spec.

Baptisia australis, Blaue Färberhülse
In Amerika fanden bei den Indianern die gelbblühende Färberhülse, (Baptisia tinctoria) und die blaublühende, Falsche Färberhülse, (Baptisia australis) aus der Famile der Schmetterlingsblütler zur Blaufärbung Verwendung. Später bauten die weißen Farmer in South Carolina, den indischen Indigo, (Indigofera tinctoria) an um die große Indigonachfrage in Amerika zu decken.
In Südamerika wurde die Indigo-Art Indigofera suffruticosa angebaut.
Färberknöterich, Polygonum tinctorium

Polygonum tinctorium, Färberknöterich
In Japan wurde der Indigo aus den Blätterm des Färberknöterichs (Polygonum tinctorium), einem Knöterichgewächs, mit einem dem Färberwaid entsprechenden Verarbeitungsprozess gewonnen. Färberknöterich gedeiht auch in unseren Breiten.
Färbende Marsdenie, Marsdenia tinctoria
In Malaysien fand für die Indigofärbung die Färbende Marsdenie (Marsdenia tinctoria) eine Kletterpflanze aus der Familie der Hundsgiftgewächse Verwendung.
Eigenschaften der indigoiden Pflanzen

Indigo ist wasserunlöslich. Zum Färben muss es in eine wasserlösliche Verbindung (Indican) überführt werden. Nach dem Färben oxydiert Indican durch Sauerstoffzutritt auf der Faser zu Indigo. Die grüngebliche Indicanfärbung wandelt sich an der Luft in Indigoblau um.
Alle erwähnten Pflanzen zur Blaufärbung mit indigoiden Pflanzen wurden in den jeweiligen Regionen auch als Arzneipflanze verwendet.
Die Verfahren der Indigofärbung mit Waid in Europa und Färberknöterich in Ostasien waren zeitintensiv und relativ kompliziert. Indigoblau lässt sich entweder durch Ansetzen einer Küpe oder bei Waid und und Färberknöterich auch direkt mit den Blättern färben. Die Färbung mit den Blättern der Indigopflanze, von Färberknöterich und Waid ist im Buch “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin” in einem eigenen Kapitel beschrieben.
Auch der tierische Farbstoff Purpur, gewonnen aus der Purpurschnecke (Murex brandaris), ist ein indigoider Farbstoff.
Weitere Informationen
Blue Jeans
Blaufärberei Dieburg
Blaudruckwerkstatt Lindenfels
Zusammenstellung von Färberpflanzen für verschiedene Faser- bzw. Stoffarten, Wolle, Baumwolle, Lein und Hanf.
Mit Pflanzenfarben lassen sich Fasern bzw. Stoffe färben. Am einfachsten färben sich Eiweissfasern Wolle und Seide. Die Pflanzenfasern sind Zellulosefasern, die sich schwieriger als Wolle färben lassen. Samenhaare von Baumwolle färben sich wiederum einfacher als die Stängelfasern von Flachs und Hanf.
Wenige Pflanzenfarben sind für alle Faserarten geeignet.
Vor dem Färben müssen die Fasern durch Waschen fettfrei sein.
Einige Pflanzenfarben benötigen keine Vorbehandlung (Beizen) des textilen Materials, andere aufwendige Vorbeizen, insbesondere bei Flachs und Hanf. Flachs und Hanf (beides läuft auch unter Leinen) werden zudem meist zuvor gebleicht.
Pflanzenfarben für Wolle (Tabelle)
Circa 70 Prozent der bekannten Färberpflanzen färben Gelbtöne, einige ergeben Braun, nur wenige färben Blau oder Rot. Grün wird durch Überfärben von Gelb mit Blau erzielt. Die Mehrzahl der Färberpflanzen für Wolle färbt auch Seide, die Farbtönungen zwischen Seide und Wolle sind meist verschieden. Im Mittelalter haben die Schönfärber edle Stoffe (Seide) auch mit edlen (teuren) Farbstoffen gefärbt.
Pflanzenfarben für Baumwolle (Gossypium spec.) (Tabelle)
Die Anzahl der möglichen Pflanzenfarben zum Färben von Bauwolle ist gegenüber dem Färben von Wolle deutlich eingeschränkt. In der Neuzeit kamen mit der Erschließung überseeischer Kolonien die Farbhölzer hinzu, die zunehmend mit der aufstrebenden Baumwollindustrie zum Färben der Baumwolle zum Einsatz kamen. Ein Farbholz aus Ostindien wurde im Mittelalter über die Seidenstraße nach Venedig importiert und dort verarbeitet : Brasilholz. Im späteren Brasilien wurde ein entsprechendes Farbholz gefunden, was dem Land den Namen gab.
Pflanzenfarben für Lein, (Linum usitatissimum) und Hanf (Cannabis sativa) (Tabelle)
Die Pflanzenfarben zum Färben von Leinen wurden bereits seit langer Zeit verwendet. Bereits vor 1550 v. Chr. wurde in Ägypten Leinen gefärbt. Das Färben mit Krapp und Indigo war in Ägypten bereits lange bekannt. Hanf und Lein waren im Mittealter die verbreitetsten Textilmaterialien, gefolgt von Wolle. Mit Leinen wurden Textilien sowohl aus Lein (Flachs) als auch Hanf bezeichnet. Lein- und Hanffasern werden vor dem Färben mit Lauge ausgewaschen, in den meisten Fällen gebleicht und mehrstufig vorgebeizt.

Cannabis sativa, Hanf, Bild Michael Wolf, Wikipedia commons
Liste Pflanzenfarben für Wolle
Liste Pflanzenfarben für Baumwolle
Liste Pflanzenfarben für Leinen und Hanf
Äußere Einflüsse wie Wetterbedingungen, Bodenbeschaffenheit und Düngung haben Einfluß auf den Farbstoffgehalt und die Farbqualität von Färberpflanzen und der daraus gewonnenen Pflanzenfarben:
Färberpflanzen, die auf trockenem, steinigen Boden wachsen, enthalten mehr Farbstoff als Pflanzen auf feuchten und fetten Böden.
Warme Sommer steigern den Farbstoffgehalt der Färberpflanzen gegenüber einem feuchten und kühlen Sommer.
Farbstoffe in langsam gewachsenen Färberpflanzen sind haltbarer als in schnellgewachsenen.
Weitere Einflussfaktoren sind im Buch – “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin” beschrieben.
06.30.10 | Kommentare deaktiviert
Dr. Michael Buddeberg, Preetorius Stiftung, Asien – Kunst – Kultur
hat unter Aktuelles: Textilien / Teppiche eine Rezension zum Buch “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin” veröffentlicht.
Die Buchbesprechung ist zugänglich:
Buchbesprechung “Färberberpflanzen”, Preetorius Stiftung
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Färberpflanzen – Anleitung zum Färben – Verwendung in Kultur und Medizin |
Bei meiner Fotopirsch nach Faserpflanzen durch den Botanischen Garten Mainz entdeckte ich per Zufall einige Tücher schwingende Jugendliche vor der neuen Grünen Schule des Botanischen Gartens Mainz. Meine Frage an Frau Brigitte Niethard, Mitarbeiterin vom Institut für Allgemeine Botanik, ob hier gefärbt wird, wurde bejaht und mein Interesse an dem Geschehen sofort geweckt. Im Nu stellte sich heraus, dass die Leiterin der Grünen Schule Frau Dr. Ute Becker einen Kurs für Schüler zum Färben mit Pflanzenfarben hielt und dabei mein Buch “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin” verwendete. Sie freute sich den Autor auf diese Weise kennenzulernen und stellte mich kurz ihren Schülern vor.
Im Klassenzimmer auf einem Tisch standen die bedeutendsten Färbedrogen in kleinen Säckchen und ein Deckelglas mit Alaun zum Herstellen einer Beize bereit. Bei den Drogen handelte es sich um Färberpflanzen, Farbhölzer und einem tierischen Farbstoff.
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| Färbung |
Botanischer Name |
Pflanzenname |
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| Färberpflanzen |
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| gelb und rot |
Carthamus tinctorius |
Saflor, Färberdistel |
| blau |
Indigofera tinctoria |
Indigo |
| gelborange |
Crocus sativus |
Safran |
| gelb |
Reseda luteola |
Färber-Wau |
| rot |
Rubia tinctorum |
Krapp, Färberröte |
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| Farbhölzer |
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| purpurrot |
Pterocarpus santalinus |
Rotes Sandelholz |
| blau |
Haematoxylum campechianum |
Blauholz |
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| Tierischer Farbstoff |
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| karminrot |
Dactylopius coccus |
Cochenille |
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Während Frau Dr. Becker mit den Schülern die Vorkommen der Farbstoffe in den Pflanzen erarbeitete und die Schüler einige Färberpflanzen nannten, färbten bereits in den drei Töpfen im Klassenzimmer Tücher der Schüler im Farbsud.
Nach diesem Unterrichtsteil ging es in den Botanischen Garten, wo die Schüler verschiedene Färberpflanzen besichtigten.
Dabei ließen sich die auffallend aufmerksamen Schüler sowohl die Pflanzen als auch ihre Farbeigenschaften erläutern. Zum Schluss kam dann für die Schüler der spannendste Moment die selbst gefärbten Tücher dem Farbsud zu entnehmen und die erlangte Färbung zu begutachten.
Mich selbst hat dabei gefreut, dass altes Wissen an die Jugend weitergegeben wird und die Jugendlichen bei dem Thema Färben mit Naturfarben höchst interessiert und aufmerksam sind.
Der Grünen Schule Mainz wünsche ich einen guten Start.
06.19.10 | Kommentare deaktiviert
Farbstoffe aus von in der Küche verwendeten Materialien wurden durch Auskochen von Holundermark aus den Früchten, Brombeermarmelade, Rotkraut, Blaukraut und Rote Beete sowie dem Gewürz Kurkuma gewonnen.
Nach dem Auskochen der Materialien wurde der Farbsud abgefiltert, mit etwas Alaun versetzt und durch Erhitzen eingedickt. Blaukraut und ein Teil der Rote Beete wurden zur Erzielung zusätzlicher Farbtöne jeweils mit einer Prise Natron versetzt. Ergebnisse der Pflanzenfarben sind auf dem Bild zu sehen. Da sowohl Rote Beete als auch das Kraut auf Siedetemperatur erhitzt wurden ergaben sich daraus Brauntöne.
In früheren Zeiten wurden für Malerei und Buchmalerei Pflanzenfarben und Mineralien verwendet.
Malen mit Pflanzenfarben
Geheimnis von Rotkraut und Blaukraut
Für das Färben von Leinen (Flachs, Linum spec.) steht eine begrenzte Anzahl von Färberpflanzen zur Verfügung. Bereits in Ägypten wurde Leinen mit Krapp, Rubia tinctorum und Indigo, Indigofera tinctoria um 1550 v. Chr. gefärbt. Belege dafür sind Sammlungsstücke im British Museum, London. Leinen lässt sich deutlich schwerer färben als Wolle oder Baumwolle.
Dem Färben von Leinen gehen Waschen, Bleichen und ein dreifacher Beizprozess mit Alaun, Tannin, Alaun voraus.

Zu Beginn der Neuzeit wurden zum Färben von Leinen verstärkt Farbhölzer aus den überseeischen Kolonien verwendet. In Farbmühlen wurden die Hölzer gemahlen und häufig anschließend fermentiert.
Entsprechend dem Flachs (Linum) wurde auch der Hanf (Cannabis sativa) gefärbt. Im Sprachgebrauch können mit Leinen (Leinwand) beide Faserarten oder ein Gemisch davon gemeint sein.
Im Mittelalter bestand die Mehrzahl an Kleidungsstücken aus Hanf, gefolgt von Leinen und dann von Wolle.
Pflanzenfarben für Baumwollfärbung
Pflanzenfarben für Wollfärbung
06.05.10 | Kommentare deaktiviert

Auf die Veranstaltung 13.06.10, Tag der offenen Tür, Botanischer Garten Darmstadt möchte ich gerne aufmerksam machen:
Biodiversität –
Vielfalt des Lebens
Sommerfest und
Tag der Offenen Tür
im Botanischen Garten
Sonntag, 13. Juni 2010, 10°° bis 17°° Uhr
Biodiversität – Vielfalt des Lebens
hierzu gibt es Führungen:
11.00, 13.00 und 15.00 Uhr
Allgemeine Gartenführungen in russischer Sprache: 11.30 und 14.30 Uhr
Treffpunkt für die Führungen: Pergola
Pflanzenbörse
- Beet und Balkonpflanzen, angezogen und
präsentiert von den Auszubildenden des
Botanischen Gartens unterhalb der
Gewächshäuser
- Kakteen, andere Sukkulenten und
Zimmerpflanzen im Kalthaus
Informationen
- zu Kräutern (mit Verkauf): Kräuterspirale
neben Gewächshaus
- zum Freundeskreis des Botanischen Gartens
am Eingang
- Freiland-Pflanzenberatung am „Meisterhaus“
Gärtnerisch-Botanische Literatur im Kalthaus
Kinderrallye: Start im „Weidenhäuschen“
Erfrischungen und Snacks: am Gewächshaus
… … und vieles andere mehr!!
Info-Tel: 06151-16-6100 -3502
http://www.bio.tu-darmstadt.de/botanischergarten
Biodiversität –
Vielfalt des Lebens
06.04.10 | Kommentare deaktiviert
In der Zeitschrift weben+ ist mein Buch “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin”, 2009, rezensiert. Die Resension ist zugänglich über den Verlag des Buches Schweizerbart, Stuttgart.
Rezension Buch Färberpflanzen bei weben+
05.30.10 | Kommentare deaktiviert
Pflanzenfarben, mit denen früher Baumwolle gefärbt wurde.
Wolle und Seide sind Eiweißfasern auf die Pflanzenfarben relativ leicht aufgefärbt werden können (siehe Tabelle).
Für Baumwolle, eine Zellulosefaser, ist das Auffärben der Pflanzenfarben schwieriger und nicht so farbintensiv wie bei Wolle. Die Anzahl der zur Verfügung stehen Färberpflanzen ist gegenüber Wolle eingeschränkt. Ein Teil der Farbhölzer, sowie Annatto (Bixa orellana) eignen sich ebenfalls für Baumwollfärbung. Für Färbungen von tanninarmen Farbstoffen sind aufwendige Beizvorgänge erforderlich, damit das Farbpigment auf die Zellulosefaser aufgefärbt werden kann. Noch schwieriger sind Leinen und Hanf zu färben.

Färberpflanzen für Wolle
Färberpflanzen für Leinen
Eine Reihe von Färberpflanzen ( Färbepflanzen ), die für das Färben mit Pflanzenfarben verwendet werden, sind stark bis sehr stark giftig. Wenn diese Giftpflanzen verwendet werden, sollten sie von Kindern ferngehalten werden. Zum Pflücken und zum Verarbeiten des Pflanzenmaterials sollten Gummihandschuhe getragen werden. Beim Adlerfarn ist zusätzlich ein Atemschutz erforderlich.
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Chelidonium majus, Schöllkraut, stark giftig |
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Conium maculatum, Schierling, sehr stark giftig |
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Convallaria majalis, Maiglöckchen, sehr stark giftig |
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Digitalis purpurea, Fingerhut, sehr stark giftig |
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Euonymus europaea, Pfaffenhütchen, stark giftig |
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Genista tinctoria, Färbeginster, stark giftig |
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Pteridium aquilinum, Adlerfarn, sehr stark giftig |
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Taxus baccata, Eibe, stark giftig |
Außer den hier dargestellten stark giftigen Färberpflanzen ist darüberhinaus eine große Anzahl von Färberpflanzen giftig oder schwach giftig. Die Gifteigenschaften und andere unangenehme Eigenschaften aber auch die vielen nützlichen Aspekte von Färberpflanzen sind im Buch von mir “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin” ausführlich beschrieben.
05.24.10 | Kommentare deaktiviert
Beigefügt eine Tabelle von 90 Färberpflanzen – Färbepflanzen – zum Färben von Wolle mit Pflanzenfarben mit Alaunbeize oder gegebenenfalls ohne Beize. Zu der einzelnen Färberpflanze wird jeweils das zugehörige Bild dargestellt. Die vollständige Tabelle wird durch Anklicken des Tabellen-Bildes aktiviert.
Diese Färberpflanzen sind auch im Klostergarten Seligenstadt zu finden und können als historische Färberpflanzen gelten.
75 % aller Färberpflanzen färben Gelbtöne, wenige Blau oder Rot. Grünfärbung wurde früher durch Überfärben von Gelb mit Blau erzeugt. Schwarz mit Eichengallen und Eisenbeize, sowie teilweise anschließendem Überfärben mit Indigo. Braun wurde im Wesentlichen mit den grünen Walnussschalen erzeugt. Früher wurden im Allgemeinen nicht die bestmöglichen Färberpflanzen genutzt, sondern die Färberpflanzen, die in unmittelbarer Umgebung der (Haus-) Färberei wuchsen. Die Transportkapazitäten im Mittelalter waren sehr beschränkt. Immerhin benötigt man zum Färben von 10 kg trockener Wolle mindesten 40 kg an frischem Pflanzenmaterial.

Tabelle von 90 Färberpflanzen
Färberpflanzen für Baumwollfärbung
Färberpflanzen für Leinen
05.11.10 | Kommentare deaktiviert
Blaudruck mit Reservetechnik
Mit einem Holz-Model (linkes Bild) wurde Papp auf das Textil gedruckt (mittleres Bild). Nach Trocknen des Papps wurde das Textil in der Indigo-Küpe gefärbt. Die mit Papp bedeckten Stellen des Textils wurden von der Färbung ausgespart. Zum Abschluss wurde der Papp aus dem Textil ausgewaschen (rechtes Bild). Druck und Färbung erfolgten während der Blaufärbertage im Museum Schloss Fechenbach, Dieburg.


Rezeptur Papp für Reservetechnik
05.04.10 | Kommentare deaktiviert
Am Sonntag 9. Mai 2010 finden in Frankfurt-Bonames auf dem ehemaligen Flugplatz Niddawiesen die 2. Rhein-Main-Kräutertage 2010, am Naturschutzgebiet, von 11.30 – 18 Uhr, statt. Während der Veranstaltung gibt es Vorträge und Führungen und Stände. Eine Führung informiert über Färberpflanzen, insbesondere wildwachsende Färberpflanzen, die am Standort anzutreffen sind.
Die Führungen „Färberpflanzen” mit Eberhard Prinz beginnen jeweils um 13.00, und 15.00 Uhr.
Rhein-Main-Kräutertage : Am Burghof 55 (Alter Flugplatz Bonames), 60437 Frankfurt am Main
Programm 2. Rhein-Main-Kräutertage 2010