Färben von hellen Naturfarben auf Naturfasern
Um helle Farbtönungen mit Pflanzenfarben zu erhalten, wird ein möglichst helles Textilmaterial benötigt.
Dazu muss in bestimmten Fällen das zu färbende Textil aufgehellt, bzw. gebleicht werden.
Den nachhaltigsten Bleichvorgang spenden Sonne und Wasser.
Früher nutzte man Bleichwiesen zum Aufhellen von Textilien. Die Textilien wurden nass auf den sonnenbeschienen Rasen gelegt und immer wieder mit Wasser mit Hilfe einer Gießkanne befeuchtet. Damit wurden Textilien wie gelbliche Baumwolle oder bräunliches Leinen gebleicht oder hartnäckige Flecken insbesondere von Tischwäsche beseitigt.

Bleichen von Leinen auf einer Bleichwiese
(Freilichtmuseum Bad Sobernheim, Pfalz)
Auf dem Blog Färberpflanzen sind unter anderem diverse Beizverfahren, Hinweise zum Umweltschutz beim Färben, ausgefallenere Färberpflanzen, das Färben von Stoffen und Hinweise zu Veranstaltungen zum Thema Färben dargestellt.
Insgesamt stehen über 200 Artikel zum Thema Färben mit Naturfarben von Naturfasern tierischen und pflanzlichen Ursprungs zur Verfügung. Über eine Suchfunktion des Blogs können alle Artikel einfach auf Begriffe durchsucht werden. Die Artikel ergänzen teilweise das Buch Eberhard Prinz, Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin das 2009 das beim Verlag Schweizerbart, Stuttgart erschienen ist.
Die neueste und sehr umfangreiche Rezension zum Buch Färberpflanzen hat die wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens München, Dr. Ehrentraud Bayer in den Berichten der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 81, 2011 veröffentlicht.
Stoff färben mit Pflanzenfarben im Mai
Im Mai stehen viele Färbepflanzen zur Verfügung, aus denen Pflanzenfarben gewonnen werden können, die zum Färben von Wolle oder Naturfaserstoff, zum Malen und für Kosmetik oder Seifen verwendet werden können. Die Färbeeigenschaften dieser Färberpflanzen sind im Detail beschrieben im Buch Prinz, Eberhard “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin”
Oft stehen zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Pflanzenteile einer Pflanze zur Verfügung, die zum Färben verwendet werden können. Sehr ergiebig sind zu dieser Zeit Wiesenkräuter und Wiesenblumen.
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Stark giftige einheimische Färberpflanzen – Vorsicht!
Purpur aus Bolinus brandaris (Murex brandaris) Herkuleskeule, Brandhorn, Türkenblut
engl.: Purple dye murex, fr.: Murex épineux, it.: Murice spinoso, span.: Cañadilla
Purpurgewinnung
Aus der Meeresschnecke Brandhorn, Bolinus brandaris, lässt sich echter Purpur gewinnen. Um 1 g Purpur zu gewinnen benötigt man die Drüsen von 8600 Brandhornschnecken.
Brandhornschnecke kulinarisch
Die Brandhornschnecke, Bolinus brandaris, wird manchmal bei Fischhändlern als Delikatesse angeboten. Die Brandhornschnecken werden kurz im Gemüsesud abgekocht. Das feste Fleisch wird meist mit einer Sauce aioli verzehrt.
Meeresschnecke, Bolinus brandaris (Murex brandaris), Brandhornschnecke
in zwei Ansichten. Die Rechtecke zeigen die aus der Schnecke gewonnenen Purpurfärbung. Die fotografierte und damit reproduzierte Farbe lässt jedoch die starke Leuchtkraft des originalen Purpurs vermissen.
Farbe des oxydierten und belichteten Purpurs der Brandhornschnecke
Zur Gewinnung des Purpursekretes wird die frische Meeresschnecke aufgebrochen und die Hypobranchialdrüse entnommen, die den Fabstoff enthält. Das Purpursekret zeigt sich zunächst gelb und verfärbt sich unter Luft- und Lichteinwirkung grünlich und schließlich zu einem leuchtenden Violett. Je nach Auftragsstärke des Sekrets auf die Unterlage erscheinen Farbabstufungen des Purpurs. Im obigen Bild mit den beiden purpurnen Rechtecken sind Originalfarben des gewonnenen Purpurs zu erkennen.
Die Gewinnung des Schneckenpurpurs aus der Brandhornschnecke, Bolinus brandaris, ist sehr geruchsintensiv.
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Die wertvollste Naturfarbe zum Färben von Textilien – Purpurschnecke
Färben mit Safran
Neben Schneckenpurpur, gewonnen aus der Purpurschnecke, ist Safran, Crocus sativus, ein weiterer sehr teurer Farbstoff. Mit Safran wurde bereits vor 3600 Jahren auf der Mittelmeerinsel Santorin gefärbt. Der Begriff Safran stammt aus dem Arabischen, wo das Gewürz az-za’fran genannt wird. Die Safranfäden werden aus den rotgelben Narben (Stigmata) der im Herbst blühenden, blauvioletten Safranblüten gewonnen. Für 1 kg Safran werden ca. 100.000 Safranblüten benötigt, die von Hand gesammelt und sortiert werden. Früher wurde auch in Deutschland in den süddeutschen Weinanbaugebieten Safran angebaut.
Safran wird heute von Spanien bis nach Nordindien angebaut. Spanien und Iran sind die größten Safran-Produzenten, die ca. 80 % der Welternte erzeugen.
Safran färbt Wolle, Seide und Baumwolle orangegelb bis goldgelb. Auf Grund des Preises waren Safranfärbungen dem Adel vorbehalten. Zum Färben von 100 g Wolle werden 5-10 g Safranfäden benötigt.
Preis von Safran
Heute kostet 1 kg Safran ca. 7750 €.
Auf Grund des Preises wurde Safran schon früher – aber auch heute noch – häufig mit Färberdistel (Saflor), Carthamus tinctorius, verfälscht. Die Färberdistel wird auch falscher Safran genannt.
Safran als Gewürz

Safran wird als Gewürz verwendet. Entweder die ganzen getrockneten oder die gemahlenen Safranfäden. “Safran macht den Kuchen gel”. Safran ist das teuerste Gewürz. Safran als Gewürz gehört in die französische Fischsuppe Bouillabaisse und in die spanische Paella. Die persische Küche verwendet viel Safran.
Teilweise werden in Restaurants Speisen mit Safran gewürzt angeboten. Gewürzt wird dann manchmal mit Kurkuma. Safran hat eine unverkennbare Duftnote, die sich deutlich von schwächer duftendem Kurkumagewürz unterscheidet.
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Die wertvollste Naturfarbe zum Färben von Textilien – Purpurschnecke
Färben mit Naturfarben im Mittelalter von Stoff, Garn und Vlies
Pflanzenfarben zum Färben für Lebensmittel (Speisefarben, Lebensmittelfarben)